Zeitmanagement like a boss

Drei Kinder, ehrenamtlich engagiert, Vollzeitjob, Yoga-Trainer und trotzdem genug Zeit, um alles unter einen Hut zu bekommen. Wie geht das?

Ich hatte ständig das Gefühl, keine Zeit zu haben. Ich bin unter der Woche gegen 8:00 Uhr aufgestanden, Dusche, Kaffee, Anziehen in ca. 20 min. und habe dann bis ca. 17:30 Uhr gearbeitet. Anschließend ging es zum Sport, gekocht, gegessen, Serie geschaut, Instagram, Facebook und Twitter bis 00:30 Uhr oder später, dann schlafen. An sportfreien Tagen war das etwas lockerer, aber das Gefühl, Zeit für andere Dinge zu haben, hatte ich nicht. Am Wochenende war das nicht ganz so tragisch, aber ähnlich. Ich lag länger im Bett, es wurde ausgiebig gefrühstückt, mal Sport; aber der Haushalt muss ja auch gemacht werden…und zack, Wochenende vorbei.

Was mache ich falsch?

Wie machen das all die anderen? Manche haben einen Vollzeitjob, bekleiden 3 Ehrenämter, leiten nebenher noch eine Charity-Organisation, sind zudem professionell ausgebildete Yoga-Trainer, besteigen jedes Wochenende einen anderen Berg und nicht vergessen: haben drei Kinder.

Mein früheres Ich am Wochenende

„Was mache ich falsch?“, habe ich mich gefragt. Ich habe lange gebraucht, aber wenn man sich mal eine gewisse Zeit mit sich selbst, seinem Charakter, seinen Wünschen, Träumen und Zielen beschäftigt, ist die Antwort schnell gefunden: Man ist nicht ehrlich zu sich selbst.

Wer am Wochenende nicht vor 10 Uhr aufsteht, stundenlang Fifa zockt, den halben Tag im Biergarten verbringt und bis nachts um drei feiert, deswegen mit einem mega Kater am Samstag aufsteht und nichts mehr außer Pizza bestellen und Netflix hinbekommt, braucht sich auch nicht wundern, dass die Zeit verfliegt und scheinbar nichts vorwärts geht. Gut, das trifft nicht auf mich zu (bis auf das Aufstehen und den Netflix-Part), aber dient ganz gut als Beispiel.

Ich habe mich selbst belogen. Viel Zeit geht für Dinge drauf, die einen an den wirklich wichtigen Dingen hindern, aber das eigene Gehirn redet einem ein, das sei in Ordnung.

Fehler 1: Zu lange schlafen

Sieben bis acht Stunden sollten es täglich sein. Ich gehe nun um 23 Uhr ins Bett und stehe jeden Tag, inklusive Wochenende, um 7 Uhr auf. Momentan ist es 9:48 Uhr an einem Samstag. Ich habe bereits gefrühstückt, meditiert, Mails beantwortet, Termine ausgemacht und bin startklar für mehr. Früher hätte ich noch bis mindestens 10:30 Uhr im Bett gelegen. Wieso? Irgendwann ist man nicht mehr am Leben und blickt von wo auch immer auf seine Zeit auf der Erde zurück und denkt sich: „Scheisse, hätte ich nicht die Hälfte meines Lebens im Bett verbracht, wie viel mehr Leben hätte ich gehabt?“

Eine einfache Rechnung, für so viel mehr Lebenszeit

Eine einfache Rechnung führt einem vor Augen, wie viel Zeit man verschwendet, wenn man am Wochenende um 10 statt um 7 Uhr aufsteht. Ich bin (bald) 35 Jahre alt. Gehen wir mal davon aus, dass ich noch 50 Jahre lebe. Samstag und Sonntag jeden Tag 3h früher aufstehen sind 6h pro Woche, in denen ich schlafen gegen leben eintausche. Also: 6h/Woche mal 4 sind 24h/Monat. 24h mal 12 sind 288h/Jahr. 288h/Jahr mal 50 Jahre sind 14400 Stunden. 14400 Stunden, in denen ich statt zu schlafen, mehr mit meinem Leben anfangen kann. 14400 Stunden geteilt durch 24 sind 600 Tage. 600 Tage geteilt durch 365 sind 1,64 Jahre, die ich bis zu meinem Lebensende an Zeit gewinne, in denen ich statt im Bett zu liegen, Zeit habe meinen Hobbys nachzugehen, Berge zu besteigen, mit meinen Kindern zu spielen, Sprachen zu lernen, oder, oder oder. Man macht sich das nicht bewusst, aber Zahlen lügen nicht. Jedes mal, wenn ich nun morgens im Bett liege und diese kurze Phase von „ach, ist doch egal, nur noch ein Stündchen“ habe, denke ich an die 1,64 Jahre, die ich mehr Zeit haben werde. Und wenn wir ehrlich sind: Sobald man dann mal aufgestanden ist, geht es doch. Und nicht vergessen: Die restliche Woche habe ich in der Rechnung unterschlagen!

Fehler 2: Zu viel social media

Ich denke jedes moderne Smartphone hat die Funktion, die ich von meinem iPhone kenne: Bildschirmzeit. Rechnet mal aus, wie viel Zeit da für Twitter, Instagram und Facebook drauf geht. Ja, manche Leute brauchen das zum Arbeiten, ich eingeschlossen, und ja, man schreibt ja auch mal mit jemandem, natürlich hat das auch sozialen Mehrwert. Und ich sage auch nicht, man soll das ganz lassen. Aber hier gilt: in Maßen! Und da war ich einfach nicht ehrlich zu mir selbst: Wie oft habe ich mein Handy in der Hand, scrolle Instagram-Feeds durch und schau mir wahllos Stories an? Wie oft lese ich sinnlose Tweets von Leuten durch, die ich nicht kenne und die mir keinerlei Mehrwert bieten?

Zeitfresser Nummer 2: social media

Wer liegt abends im Bett oder auf dem Sofa und macht Facebook- oder YouTube-Video-Hopping? Einfach immer weiter scrollen: hier noch ein Video von einem Inder, der mit dem Mofa über eine siebenspurige Autobahn fährt. Hier noch die „Golden Buzzer“ Highlights 2018 von „America’s got talent“. Ach, wie geil: Der Typ, der aus allen erdenklichen Positionen über mehrere Meter rückwärts Dosen in Papiereimer wirft. Mehr davon! Brauchen wir das wirklich? Welchen Mehrwert habe ich davon für mein Leben? Ich bin persönlich zu dem Schluss gekommen: keinen. Stattdessen nutze ich die neu gewonnene Zeit nun für andere Dinge, die mir wesentlich mehr Spaß bereiten und mich im Leben nach vorne bringen.

Enjoy life

In diesem Sinne: Genießt das Leben, bestenfalls so viel, wie man in den Alltag integrieren kann! Gibt es noch weitere Zeitfresser? Lasst es mich gerne wissen!

Jens Schmitt

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